Cristian Madalin Dragomir

  1. I'm a WHAAAT?! (I was reincarnated as a Magic Academy! Book 1), Kindle ebook, 261 Seiten, 2,99€
  2. Never knew what hit him! (I was reincarnated as a Magic Academy! Book 2), Kindle ebook, 365 Seiten, 3,78€

Eine weitere Serie (nach den The Slime Dungeon und The Divine Dungeon), in der ein dritter Autor sich am LitRPG-Dungeon-Genre versucht. 

Der Held stirbt und wird in einem Dungeon-Kristall reinkarniert / beschworen. Die Geschichte verläuft etwas anders als bei den anderen beiden Serien, da es hier nicht um das Hochleveln durch Farmen von Abenteurern geht, sondern der Dungeon eine neue Aufgabe hat als omnipräsenter Hausmeister einer magischen Akademie.

Die Story ist interessant, auch wenn der Protagonist gleich zu Anfang gottgleiche Kräfte bekommt. Denn er weiß nicht, wie er die richtig einsetzen soll. So wird der erste Dungeonlevel, den er baut, auch gleich zur Todesfalle, weil er die Schwierigkeit nicht einschätzen kann. 

Es gibt einiges an schlüpfrigem Humor - mit seinem ersten Zauberspruch klaut der unbeabsichtigt die Unterwäsche einer mächtigen Abenteurerin. Das artet nicht ganz in Manga-Ab-16-Klamauk aus, aber ... naja, wenn der Protagonist zum Gott der großen Brüste betet, dann ist das schon etwas schräg. Die Frauenfiguren werden denn auch deutlich sexualisiert dargestellt, aber immerhin nicht nur darauf reduziert (nicht nur...). Ohne den ausufernden Busenfetisch der Hauptfigur wäre das Buch deutlich besser. 

Gelungen ist der Plot, der (vor allem im zweiten Band) die Charaktere dazu bringt, ihre unterschiedlichen Fähigkeiten gegen einen übermächtigen Feind einzusetzen. Auch die Art, wie der Dungeon seinen Level gestaltet, ist origineller als nur "und hier noch ein Elementarlevel".

Für Freunde des sich da herausbildenden Genres der "lebenden Orte" ist die Reihe okay, wenn man's denn schafft, vom Erotik-Stoff abzusehen.

Christopher Nuttall (Autor) / Brad Fraunfelter (Illustrator), The Zero Blessing (The Zero Enigma Book 1), Kindle ebook, 376 Seiten, 3,71€

"Gemobbtes Mädchen findet einen Weg an magischer Schule" - Caitlyn hat es schwer, als einziges von drei Geschwistern ohne einen Funken Magie geboren und damit in den Augen ihrer magischen Schwestern weniger als nichts wert. Von diesen von Kindesbeinen an mit Zaubersprüchen traktiert, setzt sich der Leidensweg an der magischen Schule "Jude's Sorcerous Academy" fort, bis sie einen ganz eigenen Weg findet, obwohl sie eine komplette Null ist.

Normalerweise finde ich die langen Leidenswege junger Helden, die von ihrer Umwelt ständig misshandelt und gemobbt werden, eher unattraktive Lesekost. 300 Seiten Leiden für 50 Seiten Überpower ... meh. Zero Blessing ist da anders, denn Caitlyn ist tatsächlich intelligent und teilt (fast) genauso aus, wie sie einstecken muß. Das ist deutlich spannender und unterhaltsamer  als ein junger Held, der nur Opfer ist. Zwar gibt es auch viele Momente von Selbstzweifel und Schmerz, aber sie lässt sich nicht unterkriegen.

Es gibt ein Happy End, aber am Horizont stehen schon genügend Gewitterwolken, daß der nächste Band hoffentlich ebenso lohnenswert ist (so er denn kommt - man weiß ja nie bei der aktuellen Unsitte von ebook-Autoren, große Serien anzufangen und nach einem mehr oder weniger gelungenem Intro nie wieder etwas von sich hören oder lesen zu lassen).

J.B. Garner, J.A. Cipriano, "Ring of Promise: A LitRPG novel (Elements of Wrath Online Book 1)", 296 Seiten, Kindle ebook, 4,99€

Klassisches "armer/kranker/traumatisierter Spieler muß online Geld verdienen, um sich/seine Familie zu unterstützen" Muster.

Max und seine Schwester sind nach einem Autounfall verwaist und körperlich behindert. Die medizinischen Kosten und kein "richtiger" Job sorgen dafür, daß Max sein Geld im Spiel Elementalis Online verdient, in dem er andere Spieler gegen Bares unterstützt. Als die Geldsorgen zunehmen, wird eine baldige große Erweiterung bekanntgegeben, bei der es auch große Preise zu gewinnen gibt. Max und drei Verbündete machen sich dran, als erste die Einstiegsquest zu bestehen.

Der technische Hintergrund des Spiels nimmt breiten Raum ein. Dabei geht es weniger um die Attributpunkte und Skills als um die Gegenstände und die durch Runen-Edelsteine verliehenen Fähigkeiten, die detailliert beschrieben werden. Max spielt als Tank, muß also viel einstecken können und die Aufmerksamkeit der Monster auf sich lenken, damit seine Freunde in relativer Sicherheit sind, wenn sie sich in den Kampf einmischen. Zwischen den Kapiteln gibt es meist zwei kleine Texte mit Metainformationen zum Spiel, was auf Dauer etwas viel wird.

Die Geschichte ist interessant, und es geht diesmal eben nicht um eine übermenschliche künstliche Intelligenz, mit der sich die Spieler anfreunden, sondern sehr viel mehr um die Interaktion der Spieler miteinander und mit der von den Entwicklern gescripteten Umwelt. 

Alles in allem gut, aber könnte noch besser sein. Oder: deutlich länger sein, denn die Spieler questen zwar sehr viel, aber sie kommen mit ihren Problemen nicht besonders weit. Falls es eine Fortsetzung gibt, wird diese hoffentlich spannender und nimmt die vielen offenen Handlungsfäden auf.

Graham McNeill, Forges of Mars, 944 Seiten

Fantasy/SF, Warhammer 40000, EN

Enthält die Romane

  • Priests of Mars
  • Lords of Mars
  • Gods of Mars
  • Kurzgeschichte: Zero Day Exploit

Archmagos Lexell Kotov führt eine Expedition an auf der Suche nach einem seit Jahrtausenden verschollenen Genie des Mechanicums, der unglaubliche Dinge gefunden haben soll. Das passiert auf einem gigantischen Raumschiff (> hundert Kilometer Durchmesser?) mit einer Begleitflotte aus Space Marines und einem Freihändler sowie einem Pack Titanen-Klasse Kriegsmaschinen. Verfolgt werden sie dabei von einem Eldar-Raumschiff.

Die Geschichte ist spannend und wird abwechslungsreich aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Helden und Unhelden haben ihre eigenen Motivationen, Rivalitäten und Gründe, auf dieser Mission dabei zu sein. Man erfährt viel über das Mechanicum und seine Strukturen.

Das Ganze wird an manchen Stellen allerdings auch arg bombastisch und opulent, so als wären einige Kampfszenen aus dem Transformer-Universum übergesprungen. Die Beschreibung der Fähigkeiten der Tech-Priester klingt oft nach "tech the tech with the tech". Das ist schade, weil die Geschichte dann auch an Glaubwürdigkeit verliert - wenn eine Maschine hunderte Priester benötigt, die sie in Gang halten, aber ein einzelner Adept hunderte von Dingen parallel machen kann ... hm. 

Insgesamt wie gesagt spannend und interessant. Für Fans von Warhammer 40K sicherlich mal eine mögliche Abwechslung zu den endlosen Horuskriegen.

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