2009-05-11 Trekstor Datastation Sungoo LAN unter Linux: Fail, mostly
Erfahrungen mit der Trekstor Datastation Sungoo LAN unter Linux
Am Sonnabend habe ich mir eine 1 TB Netzwerkfestplatte von Trekstor gekauft. Meine bisherigen Erfahrungen mit TrekStor-Produkten waren durchaus positiv, insofern ging ich auch diesmal davon aus, den Angaben auf der Verpackung trauen zu können...
Leider erwies sich das als Irrtum. Linux wird nur teilweise unterstützt. Das Laufwerk benötigt einen proprietären Treiber, um im LAN sichtbar zu sein. Der liegt auf der Treiber-CD aber nur für Windows bei. Im Handbuch gibt es einen Verweis auf die ximeta.com-Webseite, wo man sich angeblich den Treiber für Linux herunterladen kann. Finde ich etwas seltsam, zumal man so etwas ja durchaus mit auf die CD hätte pressen können. Aber nun gut... leider ist die Webseite, unter der es den Treiber dann geben soll, nicht erreichbar (code.ximeta.com).
Im Google-Cache finden sich dann ältere Versionen der Seite, wonach die Entwicklung des Linux-Treibers mangels Nachfrage eingestellt wurde - um dann 2008 wieder aufgenommen zu werden. Zumindest rein formal, denn im Wiki stehen zahlreiche Nachrichten frustrierter Benutzer...
Trekstor Customer Support
Der Kundendienst von Trekstor hat sich tatsächlich innerhalb eines Tages gemeldet (und das am Sonntag!). Leider war die Mail nicht besonders hilfreich: darin stand, daß es auf der CD Treiber für bestimmte Linux-Systeme gäbe und man ansonsten ximeta gehen müßte.
Da Linux derzeit gering verbreitet ist und es sich dabei um ein OpenSource-Projekt handelt können wir leider nur sehr eingeschränkt Service für dieses Betriebssystem leisten. Für alle andere Distributionen müssen Sie sich an die Firma Ximeta wenden. Diese Firma hat die NDAS-Technologie entwickelt und behält sich das Recht die Software zu entwickeln.
Ich bin nun gespannt, wie es weiter geht - ein NAS, das nur mit der Hälfte meiner Rechner zu erreichen ist, bringt irgendwie nichts. Und Verrenkungen in der Form "Windos + VMware + NDAS-Windows-Treiber" möchte ich auch nicht unbedingt durchführen.
Heute kam eine weitere Mail, die wieder besasgte, das die Linux-Treiber auf der CD sein würden und ich ansonsten mich an ximeta wenden müßte. Immerhin: die Seiten von ximeta sind wieder online.
"Ikea-Software"
Für die Installation der Linux-Treiber für NDAS unter Ubuntu 9.0.4 muß man - wie für alle anderen modernen Distributionen - die Software aus den Quellen von Juni 2008 selbst bauen. Damit habe ich im Prinzip auch kein Problem. Das ich die Sourcen auch noch patchen muß (erst auf Kernel 2.6.27, dann auf 2.6.28 - einen neueren Patch gibt es nicht), ist schon etwas ungewöhnlicher für eine Closed Source Software, die aus einem Wrapper und einem Binary.Blob besteht.
Danach sind einige administrative Aktionen nötig, um den Treiber ins System einzubinden. Wie man den frustrierten Anwenderpostings auf den Wiki-Seiten entnehmen kann, darf man sich glücklich schätzen, wenn es überhaupt läuft. Unter Linux kann übrigens nur ein Rechner zur Zeit Schreibrechte auf das Laufwerk anmelden...
Ich hatte Glück - auf dem Desktop-Rechner ließ sich das SUNGOO-Laufwerk tatsächlich im Read-Only-Mode einbinden (Schreib-Modus noch nicht getestet...)
Auf dem Dell-Notebook: gleiche Linux-Version, aber bei der Installation friert die Software ein. D.h., auf dem Rechner läuft die Netzwerkplatte schon mal nicht.
Auf dem Desktop unter Windows XP geht es, da existiert sogar ein vernünftiger Installer.
Auf der EEE-Box unter Ubuntu 9.04 i686 friert ndasadmin auch ein.
Fazit
Für 139 Euro hätte ich mehr erwartet. Zum Beispiel die auf der Packung zugesicherte Funktionalitiät... so ist es einfach nur eine >70% überteuerte USB-Platte, deren Kapazität normalerweise 80 Euro kosten würde.
Da die Unterstützung für Linux nur lückenhaft ist, muß ich damit rechnen, daß die ximeta jederzeit wieder den Support einstellt, wie das schon einmal der Fall war. Verglichen mit dem VMware-Installer ist das, was in Sachen Linux von Trekstor und Ximeta für das SUNGOO-Laufwerk geboten wird, ziemlich enttäuschend. Immerhin, am USB-Port läuft es, und 1TByte weiterer Speicherplatz sind auch irgendwo nützlich. Und hey, immerhin funktioniert es auf dem alten Notebook mit WinXP.
Ausblick
Die einfachste Option dürfte beinahe sein, es auf der EEE-Box als USB-Laufwerk anzuschließen und dann per Samba / NFS im Netz zu mounten. Frickel...

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