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2010-06-27 Glücksstrategien

Glück, und was man dazu tun kann

Quelle: Sonja Lyubomirsky, The How of Happiness (gibt's auch auf Deutsch)

In dem sehr empfehlenswerten Buch (einem wissenschaftlichen Glücksratgeber ohne Geschwafel)  werden Strategien / Methoden vorgestellt, um das eigene Glücksempfinden zu steigern. Wissenschaftlichen Studien zufolge sind etwa 50% genetisch vorbestimmt, 10% durch die äußeren Umstände (Lottogewinne, Nachbarn, Arbeit, Schwiegermütter) - und 40% stammen aus bewusster Tätigkeit. Die Beschäftigung mit dem Thema lohnt sich also.

Sonjy Lyubomirsky hat 12 Bereiche beschrieben, in denen "man" etwas tun kann. Viele setzen das auch schon von Natur aus ein, und es ist sinnvoll, nicht in blinder Leistungswut alle auf einmal zu versuchen, sondern die auszuprobieren, die zu dir passen.

  1. Dankbarkeit zum Ausdruck bringen
    • Womit bist du gesegnet? Was ist dir gutes gelungen & widerfahren?
    • Dankbarkeit anderen gegenüber zeigen.
  2. Optimismus üben
    • Best-possible-selves[PDF] Wenn alles super läuft, wo bist du dann in 1-3-5 Jahren? Was hast du dann alles erlebt und erreicht?
    • Die guten Dinge an allen Sachen finden. 
    • pessimistische Gedanken identifizieren & Alternativen finden
    • ( Optimismus ist nicht schlechte Dinge schön reden, sondern Gutes finden.)
  3. Grübelei und sozialen Vergleich vermeiden
    • Vom Grübeln bewußt ablenken (Stopp!) - und etwas tun
    • Dinge im größeren Zusammenhang sehen: Spielt das in einem Jahr noch eine Rolle?
  4. Freundlich und hilfsbereit sein
    • Mach etwas für Freunde / Fremde, spontan oder geplant, anonym oder öffentlich.
      (ungezwungen, ohne Schuldgefühle, in normalem Rahmen)
  5. Beziehungen pflegen
    • nimm dir Zeit für jemanden
    • kommuniziere
    • umarmen (wo erlaubt ;))
  6. Strategien zur Bewältigung von Lebenskrisen / Belastungen entwickeln
    • (=> siehe Buch oder Therapeut)
  7. Vergeben
  8. Dinge tun, bei denen man in Flow-Zustände kommt
  9. Des Lebens Freuden genießen
    • Das schöne Wetter genießen
    • Den Geruch von frischem Kaffee einatmen
    • Freude an einer erledigten Aufgabe [das diesjährige Fensterputzen geschafft!]
  10. Sich Ziele setzen und verfolgen
  11. Sich mit Religion und Spiritualität beschäftigen
  12. Sich um seinen Körper kümmern (physische Aktivität, Meditation, lächeln & lachen)

Einige Methoden klingen trivial, und sie sind es auch. Aber darum wirken sie auch, im Gegensatz zu einem 5000-Euro Kurs mit dem Wunderguru, der eine Woche lang vom Berg herunterkommt und aus seinen reichhaltigen Drogenvisionen erzählt und dir sagt, wie du zu leben hast. Glücksaktivitäten kommen aus dir selbst, und es geht darum, das zu finden, was du tun kannst, was dich glücklich macht. Und dabei lohnt es sich auch, auf die kleinen Dinge zu achten - [ jetzt bitte einmal lächeln, kostet 0,01 kcal, bringt 2,73 Glücke (bei Frauen: 3,94)].

Das Wie der einzelnen Methoden ist vielfältig (man kann z.B. Dankbarkeit verbal zum Ausdruck bringen, oder aufschreiben, oder nur für sich selbst darüber nachdenken) und sie leben davon, daß man sie abwechslungsreich umsetzt. Wer also jeden Abend alle Dinge aufzählt, die an dem Tag schön waren, macht einen wichtigen Schritt - wer sie mal aufschreibt, mal erzählt, mal ein Bild dazu malt oder twittert hat mehr davon). Stumpfe Routine ist der Feind des Glücks. Kreative Abwechslung und Vielfalt weckt die Lebensgeister - und das Glücksgefühl.

 

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