2010-12-07: Adventskalender Blatt 10 - Siebzehn Kamele
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17 Kamele1
In seinem TED-Vortrag erzählt William Ury die Geschichte von den 17 Kamelen:2
Ein Mann hatte drei Söhne und als er starb, vererbte er ihnen seine 17 Kamele. Es gab nur eine Bedingung: sie mussten die Herde gemäß seinen Wünschen aufteilen. Der älteste sollte die Hälfte erhalten, der mittlere Sohn ein Drittel, und der jüngste jedes neunte Kamel.
Die Brüder setzten sich zusammen und schon bald kam es zum Streit – denn 17 lässt sich nun mal nicht durch zwei, drei oder neun teilen. Die Stimmen wurden lauter, und keiner von ihnen sah einen Grund, warum er hinter den anderen zurückstehen sollte. Bevor es zu Handgreiflichkeiten kommen konnte, einigten sie sich darauf, eine weise Frau des Dorfes um Rat zu bitten. Die hörte sich ihr Problem an und auch die Klagen, daß keiner der jeweils anderen verzichten wollte und sie nur auf ihrem Recht bestehen würden.
Dann sprach sie: „Nun, da kann ich euch auch nicht weiter helfen – die Herde lässt sich wohl einfach nicht teilen. Aber ich gebe euch mein Kamel.“
Und sie nahmen das Kamel der Frau mit, und stellten es zu den anderen 17, so daß die Herde jetzt 18 Tiere umfasste. Und siehe: für den ältesten Sohn waren nun 9 Kamele da, für den mittleren 6, und für den jüngsten 2. Und eines blieb übrig. Das führten sie zurück zu der weisen Frau und bedankten sich bei ihr.
Frieden ist nicht nur eine Sache zwischen den streitenden Parteien, sondern auch eine Aufgabe für die Nachbarn derselben. Wer im Streit liegt, verliert schnell die Perspektive. Eine Partei von außen hat die Chance, vermittelnd mit neuen Ideen einzugreifen. William Ury und sein Team haben den Abraham-Weg wiederentdeckt3, der durch den Nahen Osten führt – und der die Menschen der zerstrittenen Völker in der Region auf dem Weg zum Frieden einen kleinen Schritt vorangebracht hat. Vom Terrorismus zum Tourismus...

