Autor: Loren K Jones // Kindle ebooks

  1. All that Glitters, 309 Seiten, 0,99 €
  2. Traders and Traitors, 252 Seiten, 1,78 €
  3. The Andarian Affair, 332 Seiten, 2,99 €
  4. Farindian Summer, 301 Seiten, 2,99 €

Der kleinwüchsige und verspottete Stavin unternimmt alleine eine gefährliche Mutprobe - und begibt sich in die Höhle des Drachen. Weil er der einzige ist, der sich nicht von der fürchterlichen Aura des Monsters in die Flucht schlagen lässt, segnet ihn der Drache mit einer goldenen magischen Rüstung und einem immer scharfen Doppelklingenstab (darum: dragon blessed). 

So viel zu den ersten Seiten des ersten Buches - die Geschichte entwickelt sich oft ziemlich schnell - wo andere Autoren fünf Bände brauchen, bis sich die wankelmütige Heldin in einem Liebesdreieck zwischen Werwolf und Vampir entscheidet, ist Stavin schon nach ein paar Kapiteln verheiratet. Dieses "nicht lange fackeln, machen" zieht sich durch die Bücher hindurch und hat mir gut gefallen. Hält die Spannung hoch :).

Der Clan, dem Stavin angehört, verdingt sich alljährlich als Wächter für Karawanen, und die Rangordnung im Clan hängt davon ab, wie viele Menschen man im Dienst der Sache umgebracht hat. Hört sich blutrünstig an, ist es auch. Sehr. Zum Glück für Stavin gibt es stets reichlich Feinde, die ihm seine goldene Rüstung oder gleich das Leben nehmen wollen, so daß er rasant in der Hierarchie emporsteigt. 

Stavin ist der Prototyp des guten Helden, der durch seine Art überall Freunde gewinnt (und überall Feinde niedermetzelt). Empfohlen für Leser, die eine spannende Geschichte vom Aufstieg eines mutigen Mannes lesen wollen, dem vieles gelingt, der aber auch mit seinen eigenen Dämonen ringen muss (die Zeit als gemobbtes Opfer in seiner Jugend wie auch die blutdürstige Drachenmagie fordern ihren Tribut).

Christopher Nuttall (Autor) / Brad Fraunfelter (Illustrator), The Zero Blessing (The Zero Enigma Book 1), Kindle ebook, 376 Seiten, 3,71€

"Gemobbtes Mädchen findet einen Weg an magischer Schule" - Caitlyn hat es schwer, als einziges von drei Geschwistern ohne einen Funken Magie geboren und damit in den Augen ihrer magischen Schwestern weniger als nichts wert. Von diesen von Kindesbeinen an mit Zaubersprüchen traktiert, setzt sich der Leidensweg an der magischen Schule "Jude's Sorcerous Academy" fort, bis sie einen ganz eigenen Weg findet, obwohl sie eine komplette Null ist.

Normalerweise finde ich die langen Leidenswege junger Helden, die von ihrer Umwelt ständig misshandelt und gemobbt werden, eher unattraktive Lesekost. 300 Seiten Leiden für 50 Seiten Überpower ... meh. Zero Blessing ist da anders, denn Caitlyn ist tatsächlich intelligent und teilt (fast) genauso aus, wie sie einstecken muß. Das ist deutlich spannender und unterhaltsamer  als ein junger Held, der nur Opfer ist. Zwar gibt es auch viele Momente von Selbstzweifel und Schmerz, aber sie lässt sich nicht unterkriegen.

Es gibt ein Happy End, aber am Horizont stehen schon genügend Gewitterwolken, daß der nächste Band hoffentlich ebenso lohnenswert ist (so er denn kommt - man weiß ja nie bei der aktuellen Unsitte von ebook-Autoren, große Serien anzufangen und nach einem mehr oder weniger gelungenem Intro nie wieder etwas von sich hören oder lesen zu lassen).

J.B. Garner, J.A. Cipriano, "Ring of Promise: A LitRPG novel (Elements of Wrath Online Book 1)", 296 Seiten, Kindle ebook, 4,99€

Klassisches "armer/kranker/traumatisierter Spieler muß online Geld verdienen, um sich/seine Familie zu unterstützen" Muster.

Max und seine Schwester sind nach einem Autounfall verwaist und körperlich behindert. Die medizinischen Kosten und kein "richtiger" Job sorgen dafür, daß Max sein Geld im Spiel Elementalis Online verdient, in dem er andere Spieler gegen Bares unterstützt. Als die Geldsorgen zunehmen, wird eine baldige große Erweiterung bekanntgegeben, bei der es auch große Preise zu gewinnen gibt. Max und drei Verbündete machen sich dran, als erste die Einstiegsquest zu bestehen.

Der technische Hintergrund des Spiels nimmt breiten Raum ein. Dabei geht es weniger um die Attributpunkte und Skills als um die Gegenstände und die durch Runen-Edelsteine verliehenen Fähigkeiten, die detailliert beschrieben werden. Max spielt als Tank, muß also viel einstecken können und die Aufmerksamkeit der Monster auf sich lenken, damit seine Freunde in relativer Sicherheit sind, wenn sie sich in den Kampf einmischen. Zwischen den Kapiteln gibt es meist zwei kleine Texte mit Metainformationen zum Spiel, was auf Dauer etwas viel wird.

Die Geschichte ist interessant, und es geht diesmal eben nicht um eine übermenschliche künstliche Intelligenz, mit der sich die Spieler anfreunden, sondern sehr viel mehr um die Interaktion der Spieler miteinander und mit der von den Entwicklern gescripteten Umwelt. 

Alles in allem gut, aber könnte noch besser sein. Oder: deutlich länger sein, denn die Spieler questen zwar sehr viel, aber sie kommen mit ihren Problemen nicht besonders weit. Falls es eine Fortsetzung gibt, wird diese hoffentlich spannender und nimmt die vielen offenen Handlungsfäden auf.

Graham McNeill, Forges of Mars, 944 Seiten

Fantasy/SF, Warhammer 40000, EN

Enthält die Romane

  • Priests of Mars
  • Lords of Mars
  • Gods of Mars
  • Kurzgeschichte: Zero Day Exploit

Archmagos Lexell Kotov führt eine Expedition an auf der Suche nach einem seit Jahrtausenden verschollenen Genie des Mechanicums, der unglaubliche Dinge gefunden haben soll. Das passiert auf einem gigantischen Raumschiff (> hundert Kilometer Durchmesser?) mit einer Begleitflotte aus Space Marines und einem Freihändler sowie einem Pack Titanen-Klasse Kriegsmaschinen. Verfolgt werden sie dabei von einem Eldar-Raumschiff.

Die Geschichte ist spannend und wird abwechslungsreich aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Helden und Unhelden haben ihre eigenen Motivationen, Rivalitäten und Gründe, auf dieser Mission dabei zu sein. Man erfährt viel über das Mechanicum und seine Strukturen.

Das Ganze wird an manchen Stellen allerdings auch arg bombastisch und opulent, so als wären einige Kampfszenen aus dem Transformer-Universum übergesprungen. Die Beschreibung der Fähigkeiten der Tech-Priester klingt oft nach "tech the tech with the tech". Das ist schade, weil die Geschichte dann auch an Glaubwürdigkeit verliert - wenn eine Maschine hunderte Priester benötigt, die sie in Gang halten, aber ein einzelner Adept hunderte von Dingen parallel machen kann ... hm. 

Insgesamt wie gesagt spannend und interessant. Für Fans von Warhammer 40K sicherlich mal eine mögliche Abwechslung zu den endlosen Horuskriegen.

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