Vergangenen Samstag war ich nach sehr langer Zeit (~20 Jahre...) auf einem Rock-Konzert und zum ersten Mal auf einem richtig großen ... genauer gesagt auf dem Knock Out Festival 2013 in Karlsruhe, mit über 6000 Besuchern nach eigenen Angaben das größte Hallenfestival in Deutschland.

Die erste Band (Kissin Dynamite) habe ich leider aus Zeitgründen nicht gesehen. Dafür die meisten Songs von Pink Cream 69, die soliden Hard Rock / Metal spielten. Ich mag das ja, wenn man die Aktionen der einzelnen Musiker auf der Bühne dem Sound, der aus den riesigen Boxen kommt, dann auch irgendwie zuordnen kann. Das war im weiteren Verlauf des Abend nicht immer der Fall.

Danach folgte das erste Highlight des Abends: Lordi. Buchstäblich bekannt aus Funk und Fernsehen, begeisterten sie laut und mit der guter & unterhaltsamer Bühnenshow die Masse :) - Mr Lordi auch als Weihnachtsmonster, das zum Ende nach den Klassikern (Hard Rock Halleluja, Devil is a loser u.a.) Geschenke in die Menge warf. Sehens- und Hörenswert.

Dann folgte Saltatio Mortis, die in Karlsruhe ein Heimspiel hatten - und von denen ich mir nach den kreativen Videos (Wachstum über alles und Früher war alles besser) mehr erhofft hatte. Ok, laut waren sie. Nach 2-3 Songs konnte ich dann auf einem Ohr nicht mehr so viel hören und bin dann erstmal auf die Empore gegangen... Aber laut allein reicht halt nicht.

Zwischendurch wieder eine längere Umbaupause - und die Menge strömte zum Bieraustausch: Literbecher abgeben, Wasser ablassen, nachfüllen. ... Nächsten Mal sollte ich vielleicht nicht gerade mit dem Auto hinfahren ;). Das Catering war duchaus ok, man mußte nicht lange warten auf seine Getränke. Die Pizzalappen waren so lala, die Brezeln ok. Ach ja, die Garderobe war eindeutig überfordert - als ich reinkam, machten die gerade zu "Nein, wir haben keinen Platz mehr". Vermutlich haben die Veranstalter gedacht "Rock-fans, die tragen sowieso dichtes Fell und legen das nie ab" ... aber dann gab's doch noch eine Lösung, so daß die Fans sich ihrer Winterkleidung entledigen konnten. Leider haben einige Leute sich nicht gleich ihrer Kippen entledigt und dann in der Halle geraucht.

Dann kam Doro Pesch, als Teil ihrer 30-Jahre-Tour. Wow, so viel Energie mit fast 50 Jahren und eine Bühnenpräsenz und -show - überragend. Neue und alte Songs, und zum Mitsingen dann "All we are", eines der ersten Metal-Stücke, mit denen ich damals Ende der 80er / Anfang 90er der härteren Musik näherkam. Und mit 6000 Menschen das unerwartete "Breaking the Law" (Judas Priest) singen - cool. Zumal ich das gerade in Rocksmith 2014 übe ;)

Danach war es schon spät, und die vielen Sabaton Fans konnten es kaum noch erwarten und kamen dann auch voll in Bewegung, selbst wenn der vom Bier klebrige Hallenboden mit der Schwerkraft eine unheilige Allianz einging, um die Besucher auf dem Boden zu halten. Sabaton haben ja mit Carolus Rex und dem noch bekannteren Primo Victoria erstklassige Metal-Songs im Programm. Leider hatten sie das Bedürfnis, Saltatio Mortis in Sachen Lautstärke zu übertrumpfen, so daß ihr musikalisches Talent in einer Welle aus Lärm ertrank. Vielleicht bin ich ja zu alt für harte Live-Musik ... andererseits: die Besucher waren altersmäßig gut zwischen 20 und 60 verteilt, und ich war nicht der einzige, der bei Sabaton auf die Empore ging ;)

Insgesamt war's gut, sehr laut, aber gut. Und auf jeden Fall ein Erlebnis. Außerdem weiß ich jetzt, warum einige Leute den ganzen Abend auf ihre Smartphones schauten, während sie die das Geschehen filmten: wenn die Statur nicht ausreicht, um über die Köpfe zu schauen, dann hilft's, die kurzen Ärmchen vom Bierbauch in die Höhe zu heben um wenigstens per Handy die Band live sehen zu können :)

Für's nächste Jahr ist Gotthard angekündigt - mal schauen, wer noch dazu kommt ...

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